Probeweekend vom 26./27. August 2017

Gamplüt / Wildhaus

Vorbereitung des Probeweekends
Tja, wissen Sie, was es alles braucht an Vorbereitung für ein erfolgreiches Weekend? Wohl mehr, als viele sich denken können. Ich versuche es in einer Kurzfassung:
Gemeinsam ein Datum suchen / setzen, damit möglichst ALLE Spieler anwesend sind. Lokal, Zimmer reservieren, Anmeldung, Probeplan fürs Weekend verfassen, verschicken.

Entsprechend den Anmeldungen Zimmereinteilung, Kostenaufstellung etc. Gut, dass ich das nicht machen muss. Ebenfalls im Vorfeld die Literatursuche! Stundenlanges Stöbern, Suchen, Studieren und Lesen von Noten, Hörproben prüfen, etc. Und dies, wie mir scheint, ohne Ende. Dann ganz nach HCR-Manier das Notenschreiben. Roger und Paul verbringen Stunden, ja Tage, Nächte damit, nicht bereits orchestrierte Stücke selber fürs «Accordissimo» zu arrangieren. Roger und Paul sei Dank, ihr seid einfach Spitze.  Alle Spieler sollten dann bereits vor Beginn des Probeweekends die richtigen Töne treffen, d.h. was mich betrifft, regelmässig zu Hause üben, denn ich bin bekanntlich kein Profi, sondern mache dies als Hobby. Tja, und es kommt, wie es kommen muss, ich bin wieder mal im Verzug. Mal plagt mich das schlechte Gewissen, mal die Angst, dann verfluche ich meine disziplinlose Art! Also doch noch ein wenig üben und siehe da: Es kommt Freude auf, denn die Stücke sind ja wahrlich einmal mehr genial, einmal abgesehen von ….. Psst, das verrate ich jetzt nicht! 

Letzte Vorbereitung auf das Probeweekend anschliessend an die Mittwochprobe: Rogers Anhänger mit der ganzen Technik inklusive Schlagzeug laden, damit wir am Samstagmorgen früh direkt ins Toggi fahren können. Ups! Freitag: Lunch für Samstag einkaufen und nicht vergessen, diesen auch einzupacken.

 

Das Probeweekend
Kaum angekommen, wird eingecheckt: Kollegen begrüsst, Sprüche geklopft, Zimmer bezogen, Instrumente ausgeladen, Probenpläne aufgehängt - ein emsiges Treiben. Wer schon da ist, packt mit an und ruck, zuck sitzen nach und nach alle bei Kaffee und Gipfeli, Zeit für gegenseitiges Wahrnehmen, z.B. oh jeh… Manu mit Schiene am linken Daumen, das sieht nicht nach Gitarrenspiel aus! Und bei wem gibt Michaela ihren Jüngsten ab? Zum Leidwesen von Sandra bei Susi, das geht ja gar nicht! Roger begrüsst humoristisch alle Spieler und verweist auf die Infos auf dem Probenplan. Da steht z.B. die Spieldauer drauf und welche Stücke wir bis zum ersten Gesamtspiel üben sollen. Gut zu wissen, dass wir wenigstens nach jedem 60 Minutenblock eine Viertelstunde Pause haben, und Michaelas feines Waffelgebäck macht von Anfang an die Runde, mmhh… Es sieht nicht nur gut aus, es schmeckt auch lecker, vielen Dank.

Dann geht es los. Es sind Stimmenproben angesagt, d.h. die Spieler teilen sich auf und beziehen das entsprechende Zimmer: 1. Stimme Leitung René, 2. Stimme Leitung Erika Kcz, 3. Stimme Leitung Ursula, Gitarre Leitung Heiko, ganze Rhythmus-Crew und «Zugemüse» (Piano, Schlagzeug, Perkussion, Keyboard, Bass) Leitung Roger. Jetzt wird genau hingehört, langsam gespielt, damit man alles analysieren und optimieren kann (Ton und Rhythmus). Die einen markieren sich schwierige Stellen, setzen farbige Punkte in der Meinung, die Wiederholung dann besser zu finden, kreisen sich Noten ein in der Hoffnung, sie das nächste Mal richtig zu spielen. Was da plötzlich so alles auffällt! Z.B. der punktierte Ton, die Betonungen, der Bindebogen, die breiten Töne, die Lautstärke, der Rhythmus! Und dann wird x-mal zuerst langsam, dann immer schneller geübt. Oh Gott, was da alles zu Tage kommt, erstaunlich! Nach etlichen Stimmenproben dann die erste Gesamtprobe des ersten Programmteils von «Accordissimo in Concert 2017». Dafür müssen wir die Instrumente ins Klanghaus zur Rhythmus-Crew transportieren.

Wir sind gespannt, wie es tönt, nachdem sich alle so intensiv mit ihrer Stimme auseinandergesetzt haben. Und siehe da, es klingt plötzlich nach etwas Bekanntem.  Die Zeit vergeht wie im Fluge. Mittags können wir bei herrlichem Sommerwetter unseren Lunch einnehmen. Trotz Sonne pur heisst es für uns, auch am Nachmittag und den ganzen Sonntag üben, üben, üben, derweil sich unser Anhang in der schönen Landschaft auf Wanderschaft befindet.

Nach einem feinen Nachtessen lassen wir den Abend gemütlich ausklingen. Es wird rege diskutiert, gelacht, gewitzelt und so nach und nach am Kissen gelauscht, denn am Sonntag geht es bekanntlich schon um 7.30 Uhr mit dem Gesamtspiel wieder los! Auch am Sonntag proben wir in den verschiedenen Stimmen und im Orchester fleissig weiter, stärken uns am Frühstücksbuffet, setzen das Üben, unterbrochen durch ein feines Mittagessen, fort, bis bei den einen der Allerwerteste schmerzt, bei Jrene der Bauch zieht, die Gitarristen schon fast Blasen an den Fingern haben und die Perkussionisten ihre Füsse vom langen Stehen (fast nicht mehr) spüren. Ausserdem ist es drückend heiss, schwül und der Himmel wird immer dunkler. Ein heftiges Gewitter kündigt sich an und entlädt sich zum Auftakt unserer letzten Gesamtprobe, was uns nicht weiter stört, da wir ja im Trockenen sitzen. Wir freuen uns über den kühleren Wind, der uns durchs offene Fenster entgegenweht. Nach zahlreichen Übungsstunden heisst es dann für alle zusammenräumen, packen, sich in das Gästebuch eintragen und zu guter Letzt sich für ein Gruppenfoto einfinden. Wie man sieht, haben es alle überlebt und die Sonne scheint auch schon wieder.

Wie immer war es ein anstrengendes, aber lohnenswertes Weekend, mit welchem wir hoffentlich den Grundstein für ein weiteres, erfolgreiches Konzert am 4. November gelegt haben.

 

Erika Bär